Inseln der Utopien -  2002: Potsdam, 2003: Potsdam, Brescia/ Italien

"Ohne die Utopien früherer Zeiten würden die Menschen noch immer nackt und elend in ihren Höhlen sitzen."

Anatole France


40 internationale Künstler haben zum Thema Utopien im Mai und Juni 2003 entlang der Havel Objekte, Video- und Computerinstallationen, Klangskulpturen und surrealistische Flöße gezeigt. Kunstinseln, Vergnügungsdampfer die mit leuchtenden Skulpturen und Traumfiguren belebt waren, Lichtobjekte schwammen auf dem Wasser. Die Orte der Utopien waren von den Besuchern mit Booten auf dem Wasser zu erreichen, oder mit Fahrrädern auf dem Lande.

„Arte è Vita“ ist ein Projekt, das von der Compagnia Bajazzo in Imperia / Italien gegründet worden ist und dann durch verschiedene italienische und deutsche Städte wanderte und nun in Potsdam angekommen ist. Das Thema lud ein, sich aus dem Hier und Heute weg zu bewegen und sich auf Visionen und Rätselhaftes einzulassen. Wir sind die Enkel von Alice im Wunderland, Karl Marx, Robinson Crusoe, Thomas Morus, Georges Orwell und Gulliver aus Lilliput. Welche Eroberer der Utopien haben wir unseren Kindern zu bieten?

Pep, Berlin

Schon der Große Kurfürst wollte ja aus dem „Eyland Potsdam“ ein Paradies machen. Die Künstler knüpften hier an und ließen ihren Fantasien freien Lauf. Das Projekt lebte von der Vernetzung der Aktivitäten, so gab es eine breite Beteiligung hiesiger Kulturzentren und Kulturinitiativen. Der Offene Kunstverein, das Waschhaus, die fabrik, der Verein Neue Medien, das „Al Globe“ Potsdam, die Galerie „artisart“ und der Havel-Land-Art e. V. Töplitz waren Mitveranstalter.

Gerade in der Zeit der leeren Staatskassen ist dieses Modell richtig und zeitgemäß, denn jeder Mitveranstalter trug seinen machbaren Teil zum Gesamtprojekt bei. Ein Kooperationspartner  stellte  Räume zur Verfügung,  ein anderer lieh Geräte, der Dritte stellte das „Organisations - know how„ zur Verfügung, so ergab sich eine Vernetzung der vorhandenen Energien.

 

Chris Hall

Orte der Utopien.

Die Orte der Utopien waren in Potsdam, im Neuen Garten und auf der Freundschaftsinsel, ebenso am Schloss Caputh ,in Petzow, auf der Inselstadt Werder und auf der Insel Töplitz. Zur Vernetzung gehörte auch das Zusammenbinden verschiedener regionaler Strukturen, es hatten sich die Kulturämter Potsdam, Potsdam Mittelmark in Belzig und das Kulturamt Werder zur Unterstützung des Projektes bereit erklärt, es gab Lagepläne auf denen die Orte der Utopien verzeichnet waren, aber auch Informationen über die Sponsoren und deren Aktivitäten waren aufgeführt. Diese  Land- und Wasserkarten waren auch im Internet zu finden. So konnte der Havellandbesucher die Landschaft nicht nur mit anderen Augen sehen, sondern auch gleichzeitig die vielen Kultur- und Freizeiteinrichtungen in den Regionen besuchen, die sich zum Teil auch auf das Thema vorbereiteten.  Ein Nachmittag auf dem Golfplatz in Kemnitz bei Werder oder ein Besuch im Fahrrad- und Technik Museum in Werder, des Heimatmuseums in Petzow , oder des Naturlehrpfades „ Glindower Alpen“. Unversehens konnte man dann auch in eine Klangperformance des kanadischen Künstlers Benoit Maubrey  hinein geraten , oder  der aufkommende Wind löste die Sphärenklänge der Klangskulpturen von Sebastian David aus. Uns sind zu Wasser und zu Land moderne Helden, Gespenster oder Phantasiegestalten begegnet. Der Zauber der Havellandschaft sollte neue Verzauberungen auslösen und hoffentlich allen Beteiligten  Mut machen sich mit positiven Aspekten der Zukunft zu beschäftigen.   

Oben: Tea Taramino

unten: Rainer Fürstenberg

Text: Michael Kramer, 2003