Simulation, Illusion, 2000 - Imperia, Brescia/ Italien, Frankfurt a.M., Potsdam/ Deutschland


Feith - Umbehr

Nehmen wir unsere Umwelt nur noch als Simulation wahr? Unser Leben, wird es nur noch simuliert? Grundlage unserer Gedanken und Fantasien sind die Bilder der Medien, sind Informationen der zweiten Art. Simulation der Gefühle im griechischen Restaurant, im Centerpark, beim Telefonsex. Simulation der Wirklichkeit in den virtuellen Welten der Medien, Prostitution der Ereignisse, beim so tun als ob. Prostituieren sich auch die Sinne? Die Welt organisiert sich nach den Gesetzen des Geldes, so dass Architektur und Städtebau, Alltagskultur und Ernährung sich diesen Gesetzen unterzuordnen haben. Um die Bedürfnisse des Menschen dieser künstlichen Umwelt anzupassen bedarf es einer großen Simulationsmaschine und eines Kommerz- und Kulturmanagements, die Ersatzbedürfnisse erzeugen, um durch Irritationen der Sinne die simulierte Wirklichkeit als Realität erscheinen zu lassen. Warum die Beschäftigung mit Simulation?

Manfred Feith - Umbehr

Dr. Dietmar Kamper (Professor für Soziologie Freie Universität Berlin): Der Simulation korrespondiert weltweit der Typ des Konsumenten, der sein eigener Gegner ist, der sich im Verzehr der Welt und des anderen ausräumt - und à la longue - selbst vernichtet. "In einer Gesellschaft, in der Lüge systemimmanent ist, kann es ein Akt der Befreiung sein die Lüge zu feiern".

Cattaneo

Piere Luigi Cattaneo

Text: Michael Kramer, 2000