Metamorphose, 1998 - Imperia, Roma/ Italien, Berlin, Potsdam/ Deutschland

Der Künstler findet in den Mythen der Metamorphosen eine Freiheit vorgegeben, die unbegrenzte Möglichkeiten der Fantasie freisetzen kann...

Traude Wehage


Daniel Spoerri

In allen Epochen übte die Metamorphose eine große Faszination aus. Ovid schreibt den Mythos der Metamorphosen, in dem Götter und menschliche Wesen in Tiere, Pflanzen oder Steine verwandelt werden, Goethe sieht in der Metamorphose der Pflanzen die Abwandlung eines nur der Idee nach vorhandenen Blattes, Kafka lässt die Welt eines zum Käfer verwandelten Mannes erblicken und in Lafontaines Fabeln werden menschliche Eigenschaften durch Tiergestalten fokussiert......

Daniel Spoerri, Botanischer Garten Berlin

.....Für den Künstler ist die Beschäftigung mit Metamorphosen deshalb interessant, weil er mit seiner Kunst die Grenzen der Kausalität überschreitet und eine nur der Realität zugewandten Denkweise seine Kreativität hemmen würde. Er sucht einen Ausweg aus dem banalen Alltag und findet in den Mythen der Metamorphosen eine Freiheit vorgegeben, die unbegrenzte Möglichkeiten der Fantasie freisetzen kann. Die Metamorphose ist eine zeitlos existierende Daseinsform, die dem Sein immer wieder Gestalt und Sinn verleiht. Sie ist gleichzusetzen mit Wandlungsfähigkeit, die vom Künstler verlangt wird, wenn er den ständig sich verändernden Anforderungen unserer Umwelt und des Lebens in allen Bereichen genügen will.

Volker Nikel

Volker Nikel, Golf - Club - Potsdam

Text: Traude Wehage, 1998