Ilka Lauchstädt und Volker Nikel im Botanischen Garten

 
 

Der Botanische Garten Potsdams ist ein Kleinod. Ilka Lauchstädt und Volker Nikel haben sich intensiv mit den Gegebenheiten auseinandersetzt und Arbeiten speziell für diesen Ort konzipiert.   


The Botanist’s Delight No. 1 - Das Entzücken der Botanikerin Nr. 1, Videoinstallation

Ort: Gewächshaus Botanischer Garten der Universität PotsdamDer Botanische Garten liegt im Park Sanssouci, nahe der OrangerieAdresse: Maulbeerallee 2, 14469 PotsdamTäglich geöffnet von 9.30 bis 17.00 Uhr

Bild: Hibiscusklon, Ilka Lauchstädt

Monadenkomposition, Volker Nikel


Die Videoinstallation „The Botanist’s Delight No. 1“ von Ilka Lauchstädt spielt mit dem Thema Züchtung und Kategorisierung von Pflanzen. Sozusagen am „nativen Ort“ ,einem Pflanztisch im Botanischen Garten, zeigt Lauchstädt eine Art floraler Parallelwelt, die sich durch kleinste Veränderungen an den Blüten bemerkbar macht. Diese Änderungen sind nicht immer leicht zu entdecken, und so bietet das Werk als lehrreichen Nebeneffekt auch einen vergnüglichen Biologietest.

Gezielte Züchtung oder Mutationen der Vorstellungskraft – zwei Ebenen, die sich im Schaffen einer fiktiven Botanikerin zu vermischen beginnen. Wir entdecken an ihrem Arbeitsplatz neben üblichen Pflanz- und Messgeräten auch mediale Werkzeuge: Fotoapparat, Video, Bücher, ebenso persönliche Notizen. Die Blumen werden studiert, aufgezeichnet und kategorisiert.

Irgendwann im Verlauf dieses Prozesses, spätestens beim Klicken der Fotokamera, verwandeln sie sich in seltsam anmutende Neuzüchtungen. Die Botanikerin träumt. „Kunst hat immer etwas mit Biologie zu tun,“ sagt Lauchstädt. „Wir greifen der Schöpfung ins Handwerk, bauen sie um, und kreieren unsere eigenen Welten.“ Manipulation ist hier das Stichwort, und dies gilt für die neuen Medien ebenso wie für die Wissenschaft vom Lebendigen.

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Meine Monadenkompositionen sind aus einem Stück Eichenholz ohne Fenster oder Augen, aber mit vertieften Rundungen und Ritzen, lang gestreckte, aufrecht stehende, kugelhafte, darmfragmenthafte, scheinbar schwebende und ineinander übergehende, balancierende Formen. Erinnerungen an Bohnen, Früchte, Linsen, die miteinander verschmolzen sind, treffen die Sache vielleicht auf den ersten Blick am ehesten.

„Die Stärke der Monadologie liegt darin, dass sie den Dualismus zwischen Geist und Materie aufhebt (die Welt ist nach Leibniz eine Stufenreihe von Monaden)...“.4

„Die in dem Innern jeder Monade nacheinander ablaufenden Zustände bilden eine Reihe, in der jedes folgende Glied ... seinen Grund in dem vorhergegangenen hat und zugleich selbst den Grund für die nachfolgenden enthält, so dass „die Gegenwart“ schwanger mit der Zukunft ist“.

Volker Nikel

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