Volker Nikel

 

 

 

Volker Nikel,

Maler und Bildhauer aus Berlin.

Arbeiten von Volker Nikel sind während des Events auf der Freundschaftsinsel, am Botanischen Garten und vor dem Mövenpick - Restaurant "Zur Historischen Mühle" zu sehen.


Über die „Monadenkompositionen“ von Volker Nikel: 

Volker Nikel, Mai 2005

 


Nach Leibniz Auffassung, könnte man diese Einzelstücke auch als „Monaden“ bezeichnen. „Jede einfache Substanz („eine Monade“) ist unteilbar; das Allgemeine (Geist wie Materie) hat als solches keine, und nur die Individuen besitzen wirkliche Existenz“. 1

„Fragt man dann weiter, was das ist, dann lautet die Antwort etwa: eine etwas absonderliche Lehre von merkwürdigen Dingerchen, Monaden genannt, die das Prinzip der Wirklichkeit darstellen sollen“.

„Freilich nicht von der Art und Materie, von den Leibniz annimmt, dass man sie ins Unendliche teilen könne. Sie sind vielmehr unteilbar, ursprüngliche Einheiten. Nun lautet das griechische Wort für Einheit „Monas“, darum bezeichnete Leibnitz jene Kraftpunkte als Monaden“.

 

Meine Monadenkompositionen sind aus einem Stück Eichenholz ohne Fenster oder Augen, aber mit vertieften Rundungen und Ritzen, lang gestreckte, aufrecht stehende, kugelhafte, darmfragmenthafte, scheinbar schwebende und ineinander übergehende, balancierende Formen. Erinnerungen an Bohnen, Früchte, Linsen, die miteinander verschmolzen sind, treffen die Sache vielleicht auf den ersten Blick am ehesten.

„Die Stärke der Monadologie liegt darin, dass sie den Dualismus zwischen Geist und Materie aufhebt (die Welt ist nach Leibniz eine Stufenreihe von Monaden)...“.4 „Die in dem Innern jeder Monade nacheinander ablaufenden Zustände bilden eine Reihe, in der jedes folgende Glied ... seinen Grund in dem vorhergegangenen hat und zugleich selbst den Grund für die nachfolgenden enthält, so dass „die Gegenwart“ schwanger mit der Zukunft ist“.5

Ich sehe einen Stamm und beginne eine Grundfläche zum aufrechten Stehen zu schaffen. Unzählige Monadenmodelle gehen mir durch den Kopf. Eines liegt als Proportionsmodell vor. Die Grundfläche ist die eine Seite einer neuen unbekannten Form. Der Stamm animiert mich, nach und nach alles Überflüssige abzuschneiden. Eine Gegenform zur Form der Grundfläche entsteht, die auch wieder eine Gegenform zum nächsten Kompositionsabschnitt bildet, aber auch gleichzeitig in die nächste Form übergeht oder Ursache der nächsten Form ist. Das Gebilde/ Ding oder Komposition entsteht mit dem Wunsch, eine bestimmte Vorstellung in der Form zu untersuchen.

Volker Nikel

„Monadenkomposition/ Eiche“ am Botanischen Garten Potsdam, 2005, 488 x 65 x 56 cm

 

 

Download:                              kompletter Text (PDF)

© BK-HR